Die Inkarnation des Huckleberry Finn

 

Auf dem BMC Alpenchallenge AMP Sport findet man die schrankenlose Freiheit.

Mark Twains «Die Abenteuer des Huckleberry Finn» ist ein Buch von unbändiger Kraft. Huckleberry Finn verkörpert darin Twains ehemaligen Weggefährten Tom Blankenship. Mark Twain hat ihn in seiner Autobiografie treffend charakterisiert. Tom, alias «Huckleberry Finn», habe ein so gutes Herz wie nur irgendjemand gehabt. Als einziger unabhängiger Mensch der Gemeinde sei er gelassen und schrankenlos frei gewesen, wofür er beneidet worden sei. Seine Gesellschaft habe man viel häufiger gesucht, als die jedes anderen Jungen.

Twains Roman spielt zwischen 1835 und 1845 am Mississippi River. Damals begriff man Mobilität noch als Kraftakt. Rund hundert Jahre später entstand mit dem Bau von Automotoren erstmals eine Art vergnügliche Mobilität. Motoren lassen unsere Körperkraft für physische Mobilität sprunghaft ansteigen und reduzieren unseren Aufwand an Körperenergie. Kein anderes Vehikel veranschaulicht aber dieses verblüffende Kraft-Momentum besser als das Elektrovelo. Es wirkt wie der Zaubertrank von Miraculix. Fasziniert wird man Zeuge, wie die eigene Körperkraft auf Knopfdruck nahezu verdreifacht wird.

Bmc hat dem «Alpenchallenge» einen ungemein leichten (2.8 Kilos) und sehr leistungsfähigen E-Motor von Shimano spendiert, den STEPS E-8000, das aktuelle Spitzenmodell für Mountainbikes. Zählt man das Velorahmen- und Motorgewicht zusammen, erhält man eines der aktuell leichtesten E-Bikes. Sein Akku, der für rund 100 Kilometer Reichweite sorgt, ist abnehmbar und kann in der Stube bequem aufgeladen werden. Der Hinterbau des sportlichen Alltagsrades überrascht mit einem 10 mm langen, eingebauten Federweg für mehr Komfort und Traktion.

In Kombination mit der eigenen Muskelkraft katapultieren einem 250 Watt in gefühlten 3 Sekunden von 0 auf 25 Stundenkilometer. Das ist fast so schnell, wie es 1954 der schnellste (und heute noch einer der bildhübschesten) Sportwagen der Welt war, der Mercedes-Benz W 198. Wer mit dem Bike schneller als 25 km/h fährt, dem verweigert der Motor etwas abrupt jegliche Unterstützung. Ein Grund, weshalb ich mit diesem E-Bike flachen Strecken ferngeblieben bin. Denn so richtig Spass macht das BMC dann, wenn man mit ihm raketenhaft gen Himmel oder kamikazenhaft gen Erde stürmen kann. Es übt dafür eine geradezu animalische Anziehungskraft aus.

Noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viele neue Wege entdeckt wie mit diesem Bike. Mit ihm mutiert man zum gelassenen Nonkonformisten. Man fährt liebend gerne gegen die Strömung und gegen den Wind. Und man lässt sich kraft der Leistungsreserven auf Routen ein, die so keiner kennt. Dieses E-Bike macht schrankenlos frei. Seine Gesellschaft sucht man häufiger als die vieler anderer Velos. Dabei wächst einem das Velo immer mehr ans Herz. Es wurde mir mehrfach entlehnt. Wer mit ihm fährt, wird nicht nur beneidet, sondern versteht endlich auch das chronisch elektrisierende Grinsen von E-Bikern. Seinem Charakter entsprechend müsste es «Huckleberry» heissen und konsequenterweise nur in Heidelbeerblau verfügbar sein. Auch deshalb, weil «Huckleberry» seit Twains Roman zum Synonym für eine besonders enge Freundschaft geworden ist.

E-Bike BMC Alpenchallenge AMP Sport

Rahmen Carbon
Gewicht 14.6kg
Reifen Vittoria Corsa Control, 30mm
Schaltung Shimano Ultegra RX, 1×11
Bremsen Shimano RS600, SM-RT81 Rotors (160/160)
Motor Shimano STEPS E-8000, 250 Watt, 70Nm output (Akkureichweite ca. 100km)
Preis CHF 5‘499.–

Biketester: Lorenz Schmid, Partner bei in flagranti communications und leidenschaftlicher Velofahrer 

 

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